Warum verbieten die USA kanadischen Whisky?
Der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada, die jahrzehntelang enge Partner waren, wurde noch schärfer. Die beiden Länder handeln jedes Jahr mit Waren im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar. Nachdem Kanada am 8. September seine Gegenzölle eingeführt hatte, unterzeichnete US-Präsident Donald Trump neue Anordnungen. Verboten wird demnach ab dem 29. September die Einfuhr der meisten kanadischen alkoholischen Getränke, darunter Whisky, Wein und Bier. Das Verbot gilt auch für einige Milchprodukte, wie Molke, und für größere Motorräder.
Der jüngste Streit begann wegen Milch, Alkohol und Autos. Washington behauptet, dass Kanada amerikanische Hersteller in diesen drei Branchen diskriminiere. Bereits im März 2025 entfernten viele kanadische Provinzen amerikanische alkoholische Getränke aus ihren Geschäften. Seitdem sank der Export von amerikanischem Alkohol nach Kanada drastisch. Die Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen scheiterten am 21. August, und bereits am nächsten Tag griffen die amerikanischen Zölle von 50 Prozent. Sie trafen kanadische Waren im Wert von etwa 20 Milliarden Dollar. Premierminister Mark Carney versprach damals, dass Kanada mit den gleichen Maßnahmen antworten werde.
Die kanadischen Gegenzölle, die zwischen 15 und 50 Prozent betragen, gelten für amerikanische Waren von ähnlichem Wert. Darunter sind Stahl, Kleidung, Elektronik und Landmaschinen. Trump antwortete nicht nur mit dem Verbot, sondern auch mit neuen Zöllen auf noch mehr Produkte, wie Golfwagen. Er ließ außerdem kanadische Produkte aus der staatlichen Beschaffung streichen.
Für Kanada ist das ein schwerer Schlag, weil mehr als zwei Drittel seiner Exporte in die USA gehen. Besonders betroffen sind die Hersteller von Whisky und von Milchprodukten. Dennoch sagt Carney, dass sein Land alles Nötige habe, um sich anzupassen und zu florieren. Er räumt ein, dass die Veränderung ihren Preis haben wird, meint aber, dass Stillstand noch mehr kosten würde. Ihm zufolge stützte sich Kanada jahrelang zu stark auf einen Partner, und jetzt endet diese Zeit.
Was folgt jetzt? Die offiziellen Verhandlungen stocken, obwohl beide Regierungen in Kontakt bleiben. Ohne Einigung greift das Verbot in nur wenigen Tagen.