Neue Art Wildkatze in Bolivien entdeckt.
Im September 2026 verkündete ein internationales Team von Biologen, dass in den Bergwäldern Boliviens eine bisher unbekannte Art Wildkatze lebt. Die Entdeckung überraschte viele, weil Katzen zu den am besten erforschten Tieren auf der Erde gehören. Damit wurde die Tilcayo die erste neue Art Wildkatze, die Forscher seit mehr als hundert Jahren beschrieben haben. Die Untersuchung leitete die bolivianische Biologin Paola Nogales Ascarrunz, und die Ergebnisse erschienen in einer angesehenen Fachzeitschrift.
Die neue Art bekam den Namen Tilcayo, den die Menschen aus der Gegend seit Generationen verwenden. Damit wollten die Forscher das Wissen der indigenen Gemeinschaften würdigen. Die erwachsene Tilcayo ist kleiner als eine normale Hauskatze. Das Männchen, das die Forscher vermessen haben, misst etwa 45 Zentimeter und wiegt weniger als eineinhalb Kilogramm. Es hat hellbraunes Fell mit ungewöhnlich großen dunklen Flecken und einen längeren Schwanz. Doch auf den ersten Blick ähnelt es stark den anderen Tigerkatzen, den kleinen Wildkatzen Südamerikas.
Lange dachten Forscher, dass die meisten Tigerkatzen zur selben Art gehören, weil sie fast gleich aussehen. Um das zu überprüfen, verglichen sie das Erbgut von mehr als 30 Katzen aus mehreren Ländern in Südamerika. Sie nutzten sowohl alte Knochen als auch Felle aus Museen in den USA und in Europa. Die Analyse zeigte, dass Tigerkatzen eigentlich fünf verschiedene Arten sind. Die Tilcayo trennte sich vor etwa 1,4 Millionen Jahren von den anderen Tigerkatzen.
Bisher lebt nur eine Tilcayo in Gefangenschaft. Es ist ein etwa zehn Jahre altes Männchen, das in der Tierauffangstation Senda Verde lebt. Die Station liegt in den Bergen, unweit der Stadt La Paz. Früher hielt es eine einheimische Familie zu Hause als Haustier. Später übergab es die Familie der Station, wo die Forscher es untersuchen konnten.
Die Wälder, in denen die Tilcayo lebt, verschwinden schnell. Die Menschen fällen die Bäume, vergrößern die Felder und graben Minen. Deshalb glauben die Forscher, dass die neue Art wahrscheinlich in Gefahr ist. Jetzt installieren sie automatische Kameras im Wald zur Klärung, wo genau die Tilcayo lebt und wie viele es gibt.