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Gesellschaft ·

Die EU plant neue Grenzen für Kinder in sozialen Medien.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen verkündete am 16. September strenge Regeln für Kinder im Internet. In ihrer jährlichen Rede vor dem Europäischen Parlament sagte sie, dass Kinder unter 13 Jahren soziale Medien überhaupt nicht nutzen sollten. Bis 15 Jahre sollten keine Kinder, so sagte sie, ein eigenes Konto haben. Schon am nächsten Tag veröffentlichte die Kommission den gesamten Gesetzesvorschlag, der in allen 27 Mitgliedstaaten gelten würde.

Laut dem Vorschlag können Kinder von 13 bis 15 Jahren nur Minikonten haben. Solche Konten eröffnen und beaufsichtigen die Eltern, während einige Funktionen abgeschaltet werden. Es gibt auch eine Begrenzung der Zeit vor dem Bildschirm. Für Jugendliche von 16 und 17 Jahren müssen die Plattformen sicherere Inhalte anbieten. Die Regeln gelten nicht nur für soziale Medien, sondern auch für Videoplattformen, Onlinespiele und Chatbots mit künstlicher Intelligenz. Die Kommission will auch Tricks wie endloses Scrollen und ständige Benachrichtigungen verbieten, die Kinder vor dem Bildschirm halten. Die Plattformen müssen selbst beweisen, dass sie für Kinder sicher sind.

Aber wie prüft man das Alter der Nutzer? Die EU entwickelt eine spezielle App, die nur bestätigt, ob der Nutzer alt genug ist. Der Nutzer zeigt einmal ein Dokument, und die App speichert keine Kopie davon. Dennoch warnen Kritiker, dass auch Erwachsene ihr Alter nachweisen müssen. Sie fürchten sowohl um die Privatsphäre als auch um die Sicherheit persönlicher Daten.

Einige Länder wollen nicht auf die EU warten. Australien verbot schon im Dezember 2025 Kindern unter 16 Jahren soziale Medien. In Frankreich beschloss das Parlament im Juli ein Verbot für Kinder unter 15 Jahren. Doch im August stoppte der Verfassungsrat das Verbot, weil es die Meinungsfreiheit und die Privatsphäre gefährde. Ähnliche Maßnahmen erarbeiten auch Griechenland, Spanien und Dänemark.

Der Vorschlag ist noch nicht Gesetz. Damit er Gesetz wird, müssen ihn das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten billigen. Das dauert meist einige Jahre, sodass Kinder in Europa die Veränderung noch lange nicht spüren werden.

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